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Finger weg vom Weserstadion!

Samstag, 5. April 2014

Hallo Werderfans,

eines der besten und kämpferischsten Spiele der Saison liegt hinter uns. Dennoch neigt sich wieder einmal eine sportlich enttäuschende Saison dem Ende entgegen. Neben dem dritten Erstrundenaus in Folge im DFB Pokal, krebst man auch in der Liga im unteren Mittelfeld herum. Dass man mit dem direkten Abstiegskampf nichts zu tun hat, ist wohl auf die Bigpoints in allen vier Nordderbys und den Sieg in Nürnberg zurückzuführen.

Gerade nach dem Sieg in Hannover am letzten Sonntag fangen bei der Geschäftsführung scheinbar schon die Planungen für die nächste Saison an. Dass bei diesen Voraussetzungen wieder der Verkauf des Stadionnamens eine Option der Geschäftsführung ist, um neue Gelder zu beschaffen, darf uns Werderfans nicht kalt lassen.

Deshalb werden wir uns dem Thema jetzt wieder intensiv widmen. Schon im September letzten Jahres haben wir durch einen Text zum Thema Weserstadion die Arbeit in diese Richtung aufgenommen.

Wir denken wir sprechen für jeden Werderfan, wenn wir sagen:

Das Weserstadion ist für uns Fans als Identifikation mit Stadt und Verein enorm wichtig. Gerade in schwierigen Zeiten darf man nicht durch Aktionismus die Werte unseres Vereins, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist, mit Füßen treten. Daher: Finger weg vom Weserstadion!

In Kürze erhaltet ihr mehr Infos über das für uns alle so wichtige Thema!

Das Bremer Fanprojekt vor dem Ende?!

Sonntag, 16. März 2014

Vorweg sei gesagt, dass wir die Arbeit von Fanprojekten an sich, sofern sie ihrem Auftrag gerecht werden, positiv gegenüberstehen und als unabdinglich ansehen. Von daher mag diese Überschrift missverständlich zu verstehen sein, sie trifft jedoch den Kern der Aussage.

Das altehrwürdige Bremer Fanprojekt bewegt sich seit vielen Jahren in den Untiefen des Scheins. Sämtliche Energie, konzentriert sich ausschließlich auf öffentlichkeitswirksame Außendarstellung im Bereich Antidiskriminierung und im Zuge der Vernetzung mit anderen Institutionen im Bereich Jugendarbeit. Sozialpädagogische Ansätze im Umgang mit der Fanszene oder gar Bewegungen in diese Richtung, sind hingegen seit empfindlich langer Zeit nicht zu verzeichnen. Im Zuge der jüngst veröffentlichten Zeilen dieses sogenannten sozialpädagogischen Fanprojekts ist es nun einfach an der Zeit, nach Jahren interner Kritik mit einem Statement an die Öffentlichkeit zu gehen. Dies möchten wir tun, indem wir uns diese Zeilen vom Fanprojekt in Bezug auf dessen sozialpädagogischen Arbeitsauftrag einmal etwas genauer anschauen.

Zuerst einmal sollte dieser Arbeitsauftrag für die MitarbeiterInnen des Fanprojekts objektiv wahrgenommen werden – also fernab von persönlichen Empfindungen, was beispielsweise das Thema Pyrotechnik angeht. Nicht nur dieser Auftrag, sondern auch die Vergütung für diese Institution zwingt sie dazu, ihre persönlichen Weltanschauungen weder zu äußern, noch sie in ihre sozialpädagogische Arbeit einfließen zu lassen. Zu dieser Arbeit gehört nämlich beispielsweise, die „institutionelle Unabhängigkeit vor allem von Verein, Sicherheitsorganen, Fanszene“, die „Wahrnehmung der Schnittstellenfunktion zwischen jugendlichen Fankulturen, Vereinen, Verbänden, Medien, Polizei und Jugendarbeit“ sowie die „Fähigkeit zur Moderation von Diskussionsprozessen aller Beteiligter“, wie wir dem Konzept Qualitätssiegel für Fanprojekte (http://www.kos-fanprojekte.de/fileadmin/user_upload/media/regeln-richtlinien/pdf/KOS-konzept-QS-2011-rz.pdf) entnehmen können. Für uns ist damit klar: Objektivität und sozialpädagogische Ansätze sollten die bestimmenden Säulen eines gut funktionierenden Fanprojekts sein – und das aus gutem Grund.

In besagter Stellungnahme wird nun zu den Vorkommnissen beim Nordderby Stellung bezogen.
Dort heißt es unter anderem: „Wir die Mitarbeiter*innen des Fanprojekts Bremen, waren überrascht, als nach der Halbzeit Bengalos gezündet wurden, denn schon seit Jahren wurde in der Ostkurve nicht mehr gefackelt. Das ungeschriebene Gesetz, im eigenen Stadion keine Pyrotechnik einzusetzen, wurde damit gebrochen.“
Kenner der Fanszene, wozu man das Fanprojekt mit gefühlt einem Dutzend MitarbeiterInnen bei entsprechender Arbeitseinstellung ohne Probleme zählen muss, dürften keineswegs überrascht gewesen sein. Die Einstellung aktiver Fans zu dem Stilmittel Pyrotechnik ist dem Fanprojekt hinlänglich bekannt – besonders in Verbindung mit einem 100. Derby, welches durch die aktuelle Tabellensituation beider Mannschaften an Brisanz kaum zu überbieten war und somit einen besonders hohen Blutdruck bei allen Beteiligten auslöste. Eine Überraschung dürfte somit gen null gegangen sein, gerade auch aufgrund dessen, dass es eine unglaublich lange Zeit vorher im Weserstadion zu keinerlei solcher Vorkommnisse kam.
Unseres Wissens nach, gab es nie eine Absprache seitens der Fans mit den offiziellen Vertretern des Vereins und auch mit keiner anderen Institution diesbezüglich. Somit stellen wir die Frage: wie konnte ein „ungeschriebenes Gesetz“ gebrochen werden? Zumal dann, wenn nicht klar ist, wer dieses „ungeschriebene Gesetz“ überhaupt definiert hat? Dieses Argument des Fanprojektes ist somit schlichtweg an den Haaren herbeigezogen!

Im Folgenden heißt es: „Die Folge dieser Aktion war, dass das Spiel unterbrochen werden musste und die Mannschaft von Werder aus dem Spielfluss geriet, große Teile des Stadionpublikums eingenebelt und in Mitleidenschaft gezogen wurden. Durch das jahrelang vorbildliche Verhalten der Werderfans konnte eine besondere Regelung beim DFB erwirkt werden die Zäune abzubauen. Die Sondergenehmigung durch den DFB, keinen Zaun in der Ostkurve aufstellen zu müssen, ist nun infrage gestellt.“
Worte, welche einerseits nicht gänzlich falsch, jedoch völlig polemisch und eben andererseits auch nicht wirklich wahr daher kommen. Dass weite Teile des Stadionpublikums in Mitleidenschaft gezogen worden sind, entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Unter „in Mitleidenschaft gezogen“ versteht der Volksmund üblicherweise gesundheitliche Einschränkungen, die damit einhergehend eingetroffen sind. Dies war bekanntlich so nicht der Fall.
Die Regelung mit den Zäunen mag so bestehen, lässt sich, zumindest seitens der aktiven Szene, jedoch nicht nachvollziehen. Das dürfte daran liegen, dass weder jemand in entsprechende Einigungsprozesse mit eingebunden wurde, noch im Nachgang daran teilhaben konnte. Inwieweit höhere Zäune den Einsatz von Pyrotechnik verhindern sollen, scheint bis heute ein gut gehütetes Geheimnis zu sein.
Dem Fanprojekt muss in der Einschätzung der Realität wohl durchgerutscht sein, dass Becher- und/oder Feuerzeugwürfe, welche in der Vergangenheit durchaus vorgefallen sind, nicht zu einem „jahrelang vorbildlichen Verhalten der Werderfans“ zählen. Dass dieses Verhalten heutzutage nicht mehr üblich ist, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass diese Art der Emotionen beim Anhang der aktiven Szene keinerlei Anklang erfahren hat.
Der unterbrochene Spielfluss unserer Jungs auf dem Platz war in der Tat, wie wir uns glaubhaft aus erster Hand erläutern lassen durften, zwar gegeben, jedoch anders, als es in sehr undifferenzierter, gefühlter Copy and Paste Manier von Boulevardautoren oder anderen Hetzern dargestellt wurde. Denn bei vielen Spielen, wie es auch zuletzt in Nürnberg zu verzeichnen war, haben unsere Jungs nach dem direkten Wiederanpfiff Probleme ihren Spielfluss aus der ersten Halbzeit wieder zu gewinnen. Dass eine zusätzliche Unterbrechung diese Unsicherheiten nicht gerade aus dem Weg räumt, wurde uns bestätigt.

Lässt sich über einige Aspekte aus den vorhergehenden Zeilen und unserer Interpretationen dieser sicherlich diskutieren, zeigt sich im letzten Absatz der Veröffentlichung jedoch das altbekannte Gesicht des Bremer Fanprojektes. Dort liest es sich wie folgt: „Das Fan-Projekt Bremen lehnt den Einsatz von Pyrotechnik ab und verurteilt diese Aktion. Wir erwarten, dass solche Aktionen von der Fanszene kritisch hinterfragt werden und die Fanszene sich der möglichen Konsequenzen, wie die Zurücknahme von Privilegien und Kollektivverurteilungen, bewusst ist.“
Man mag sich ja gegen den Einsatz von Pyrotechnik aussprechen – die Sicht eines Fanprojektes sollte allerdings auch in diesem Punkt ihre Objektivität wahren.
Der Einsatz von Pyrotechnik, ob nun gemocht oder gehasst, ist fester Bestandteil der Fankultur in Deutschland. Dieser Umstand sollte gerade dem immer wieder gepriesenen „ersten Fanprojekt in Deutschland“ bzw. seinen Mitarbeitern, die zum Teil schon seit über 25 Jahren im Fanprojekt arbeiten, bekannt sein. Daher ist es aus unserer Sicht völlig unverständlich, sich als unabhängige Institution zu so einem Statement hinreißen zu lassen.
Das Fanprojekt sollte diese Aktion vielmehr hinterfragen, das Thema mit den meist jugendlichen Fans beleuchten und dann gegebenenfalls in objektiver, nicht parteiischer Weise, vermittelnd handeln. Das wäre nicht nur unsere Vorstellung eines konstruktiv, sozialpädagogisch arbeitenden Fanprojekts in diesem Zusammenhang. Der letzte Absatz macht aber leider deutlich, dass dieses Vorgehen eben nicht die Idee des Bremer Fanprojekts zu sein scheint. Die Erfahrungen der letzten Jahre verdeutlichen unsere Vermutungen dahingehend. Mit seinem klaren Bekenntnis hat das Fanprojekt diesen Ansatz schon zum Scheitern verurteilt, bevor es seine Arbeit dahingehend begonnen hat.

Wie sich dieses Fanprojekt dann noch dazu aufschwingen mag, etwas öffentlich von der Fanszene zu erwarten, ohne überhaupt intern mit eben dieser etwas aufgearbeitet zu haben, noch Anstalten macht, dieses zu wollen, ist uns schleierhaft und scheint lediglich der öffentlichen Wirksamkeit zu dienen, nicht aber der Verbesserung der Arbeit und der Ausführung des sozialpädagogischen Auftrags. Von daher können wir nicht nachvollziehen und auch nicht akzeptieren, dass ein hoch finanziertes Fanprojekt mit einem solchen Arbeitsauftrag Kollektivverurteilungen als Mittel zum Zweck darstellt und indirekt für gut heißt.

Auch wenn es vielfach einen anderen Anschein machen mag: Wir, vom Fanbündnis Bremen, sind nicht an der Diskussion zum Thema Pyrotechnik interessiert, weil dieses Thema medial seit vielen Jahren durch meist völlig undifferenzierte und teils hetzerische Inhalte das Gros des Fußballpublikums dazu verleitet, sich diesem Thema gegenüber ebenso zu äußern. Auf diese Art und Weise kann dies weder Faninteressen stützen, noch fankulturelle Aspekte stärken und schon gar nicht die Bedürfnisse der Fans gegenüber den Vereinsoberen deutlich machen.
Uns geht es hier ganz klar darum deutlich zu machen, dass wir die momentane Arbeit des Bremer Fanprojektes nicht mehr als sinnvoll und haltbar ansehen, da es sich in seinem Handeln (ausdrücklich nicht nur bezogen auf das Thema Pyroeinsatz) in erschreckender und unserer Meinung nach nicht weiter zu tolerierender Art der aktiven Fanszene und insbesondere unserem fankulturellen Erbe entgegenstellt und eben nicht vermittelnd wirkt.
Dem Konzept Qualitätssiegel für Fanprojekte (s.o.) in Deutschland ist zu entnehmen, dass „Fanprojekte (…) ihre Wirkungen nur dann voll entfalten [können], wenn: sie in den Strukturen und Handlungsfeldern der Jugendhilfe verankert sind, ihr spezifischer Arbeitseinsatz von allen Beteiligten akzeptiert wird (…), die Zusammenarbeit aller Beteiligten gewährleistet ist (…)“. Das Fanprojekt begleitet zwar viele lobenswerte Projekte, vergisst dabei aber das Kerngeschäft, auf den der Name „FANprojekt“ schließen lässt und übersieht dabei die schwerwiegenden Probleme, die sich heutzutage für Fußballfans im Rahmen des Konstrukts Fußball zeigen. Wir können mit überzeugender Sicherheit sagen, dass zumindest die zwei zuletzt zitierten Forderungen vom Fanprojekt Bremen in Bezug auf fankulturelle Arbeit nicht erfüllt werden. Dies deutet darauf hin, dass die Wirkung des Fanprojekts in Bremen nicht gegeben ist.

Wir, als Fanbündnis, fühlen uns genötigt, diesen Schritt zu gehen und machen diese Dinge öffentlich, da die Erfahrung vieler Fans zeigte, dass direkte und persönlich übermittelte Kritik nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat. Wir erhoffen uns für die Zukunft ein Fanprojekt in Bremen, das seiner eigentlichen Aufgabe, sozialpädagogisch, objektiv und vermittelnd zu arbeiten, nachkommt und ein Stück weit auch vertrauensbildende Maßnahmen herbeiführt.
Allerdings ist all dies unserer Ansicht nach sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft in der momentan bestehenden Struktur des Fanprojekts Bremen nicht möglich. Wer allerdings die Mechanismen, welche sich um die Berufsgruppe „Sozialpädagogen“ schließen, kennt, der mag ebenso wie wir daran zweifeln, dass sich jemals etwas an der bestehenden Form für uns Fans, insbesondere für die Aktiven, ändern mag.

Dennoch werden wir in Zukunft verstärkt die Arbeit des Fanprojekts beleuchten, hinterfragen und wenn nötig auch öffentlich diskutieren. Denn wir sind ein Bündnis für Fans mit fankulturellem Hintergrund. Und das ist unsere selbst auferlegte Aufgabe!

Lasst nicht zu, dass eine Aktion von wenigen Minuten, ob sie nun gut geheißen wird oder nicht, über eure Gedanken und euer Urteilsvermögen herrscht, unsere gemeinsamen Interessen vergessen lässt und unsere gemeinsame Arbeit gefährdet. Nicht zuletzt das ist es, was mit diesem ganzen Spuk versucht wird!

Euer Fanbündnis Bremen

Ein Derby wie kein anderes!

Donnerstag, 13. März 2014

Wir versuchen da anzusetzen, wo andere aufhören zu diskutieren und auch da, wo andere vielleicht schon den Faden verloren haben.
Uns geht es darum, dass die Fanszene näher zusammen rückt und vor allem geht es uns um die Stärkung der Gemeinschaft der Fans.
Deswegen betrachten wir die Diskussionen um das 100. Derby mit Sorge.

Zuallererst möchten wir auf etwas ganz Wesentliches hinweisen. Wir haben festgestellt, dass vielfach die Freude über das gewonnene Spiel gegen den HSV verflogen ist – was uns wirklich ganz und gar unverständlich ist.
Leute, wir haben das 100. Derby gewonnen und dabei wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt und vor allem damit einen unmittelbaren Konkurrenten etwas auf Abstand gebracht! Im Abstiegskampf hat unsere Mannschaft in einem kämpferisch starken Spiel gegen den HSV gewonnen. Es herrschte eine wunderbare Stimmung und das ganze Stadion hat unsere Mannschaft angefeuert und ebenfalls alles für einen Sieg gegeben.
Eröffnet wurde dieses Spiel durch eine atemberaubenden Choreo, die in aufwendiger Arbeit monatelang vorbereitet wurde und über die vielerorts noch immer gesprochen wird. Aus vielen Städten Deutschlands wurde dazu gratuliert und wir denken, das Herz eines jeden hat höher geschlagen, als er diese gesehen hat und war mit Sicherheit auch ein kleines bisschen stolz darauf, dass unsere Fanszene so etwas Grandioses zustande gebracht hat.
Wir haben somit etwas ganz Einzigartiges erlebt und waren Teil des Ganzen. Wir finden es nun umso bedauernswerter, dass aufgrund der Diskussionen nach dem Pyrovorfall viele gar nicht mehr von alledem sprechen.
Wir Fans konnten uns erhobenen Hauptes von diesem Derby verabschieden – mit der Gewissheit, dass wir weiterhin die Nr. 1 im Norden sind. Halten wir also nochmal kurz inne und versuchen uns daran zu erinnern: haben wir nicht die Atmosphäre im Stadion und die Stimmung genossen und sind wir nicht alle voll darin aufgegangen?
Natürlich lässt sich der Pyrovorfall keinesfalls wegdiskutieren. Doch wir wollen nicht, dass sich jetzt die Fanszene spaltet. Deswegen rufen wir dazu auf: lasst es nicht zu, dass dies passiert! Wir Fans sollten weiterhin Zusammenhalt beweisen, damit wir die Mannschaft zu 100% unterstützen und vor allem, damit wir am Ende der Saison gemeinsam den Klassenerhalt feiern können.
Gerade jetzt benötigt unsere Mannschaft die Unterstützung aller Fans. Und dazu gehört es auch, gemeinsam Stimmung zu machen. Warum bitte soll man sich auch so leicht aus der Spur bringen lassen? Wollen wir etwa gerade in dieser Situation lediglich die großen Kritiker spielen? Gibt es nicht ständig irgendwo irgendetwas zu kritisieren?
Dass der Verein Strafen nach diesem Vorfall verhängt, ist konsequent. Doch wir fragen uns, inwieweit es der Stimmung im Abstiegskampf zuträglich ist, wenn man z. B. Choreos verbietet? Kommt diese Kollektivbestrafung der Ostkurve zum richtigen Zeitpunkt? Auch der Vereinsführung sollte nicht daran gelegen sein, dass sich die Fanszene spaltet und sich dieses entsprechend auf die Stimmung im Stadion und damit auch auf die Mannschaft auswirkt.
Natürlich ist Pyrotechnik ein schwieriges Thema und innerhalb der Fanszene sehr umstritten. Unserer Meinung nach obliegt es jedoch der Verantwortung anderer Institutionen, diesen Vorfall zu hinterfragen und zu beleuchten. Wir haben es zu unserem Auftrag gemacht, Fankultur zu erhalten und die Fanszene zu vereinen, um gemeinsam Dinge zu bewegen, die im Interesse aller sind. Somit liegt uns viel daran, dass sich dieser Vorfall nicht auf die gesamte Fanszene auswirkt. Daher möchten wir versuchen, die Dramatik etwas herunter zu fahren.
Es wurde nach 15 Jahren mal wieder Pyrotechnik in Bremen verwendet. Dieses eine von vielen Stilmitteln innerhalb der Fanszenen ist sicher zu diskutieren. Der Abschuss von zwei Raketen (Clips) ist jedoch ganz und gar inakzeptabel und zugleich von der aktiven Fanszene verpönt, weshalb wir sicher sind, dass diese nicht aus diesen Reihen kamen. Wir wünschen uns im Sinne aller, menschlichere Reaktionen auf allen Ebenen. Angefangen mit dem Schreibstil im Internet bis hin zu Sanktionen aus der Chef-Etage. Weder sind Verbrecher am Werke gewesen, welche eingesperrt werden müssen, noch müssen alle für die Aktion bestraft werden – wie beispielsweise im Falle angedrohter „Preiserhöhungen“ oder „Auswärtsdauerkarten“.
Warum dies alles eigentlich? Wir wundern uns, wie die Zusammenarbeit mit den Fans und insbesondere denen, die für die aufwendigen Choreografien verantwortlich sind, so häufig gelobt wird und dann urplötzlich von alledem nichts mehr gewusst werden will und stattdessen von Verbrechern die Rede ist. Dies sind Reaktionen, mit denen aber auch wirklich rein gar nichts zu bewirken ist. Um ein Problem zu lösen, sollte man sich diesem zuwenden und sich ihm nicht verschließen. Ein Weg, den es zu gehen gilt – im Sinne aller!
Hier in Bremen ist dies bis dato leider nicht gang und gäbe. Unser Anliegen ist es, dies zu ändern. Egal wie und egal wie lange es dauert.

Unterstützt uns dabei!

Euer Fanbündnis Bremen

Vereinshymnen der Gastmannschaften im Weserstadion

Mittwoch, 26. Februar 2014

Wir haben bei der Fanbetreuung von Werder Bremen angefragt, aus welchem Grund seit dieser Saison die Vereinslieder der Gastmannschaften vor dem Spiel abgespielt wurden. Die Antwort darauf war, dass unser Verein „den Gästefans ein positives Stadionerlebnis ermöglichen möchte“.

Natürlich blieben wir an diesem Thema dran, denn dies wollten wir so nicht auf sich beruhen lassen. Wir haben daraufhin dazu u. a. eine Umfrage auf unserer Facebook-Seite gestartet und uns intensiv unter den Fans umgehört und eure Meinung dazu eingeholt.
Wie von uns erwartet, ist eure Meinung dazu insgesamt mehr als negativ ausgefallen. Viele dieser auf Facebook von euch geposteten Kommentare haben wir ungefiltert, aber anonym, an die für diese Neuerung zuständigen Personen weitergeleitet.

Weiterhin haben wir ihnen mitgeteilt, dass wir somit im Namen vieler Fans die Meinung vertreten können, dass das Abspielen der Gasthymnen absolut unnötig ist, unter Heimfans wenig Akzeptanz findet und an der Idee der Respektzollung vorbeigeht. Zudem haben wir unsere Auffassung der Ermöglichung eines positiven Stadionerlebnisses für Gästefans dargelegt.

Mit Freude können wir euch nun vermelden, dass wir bald darauf die folgende Antwort vom Verein erhielten:
„Vielleicht haben Sie es schon festgestellt – wir haben uns nach einer Testphase entschieden, die Gasthymne nicht mehr zu spielen…“

Wir begrüßen diese Entscheidung sehr und können nun dieses Kapitel erfolgreich abschließen.

Gedanken eines Werderfans

Sonntag, 23. Februar 2014

Es hat uns eine Mail von einem Werderfan erreicht, in dessen Worten wir uns ganz gut wiedergefunden haben und die zur aktuellen Lage Werders, sowie zur aktuellen Gefühlslage vieler Fans passen könnten. Daher sind wir gerne bereit, diese Zeilen zu veröffentlichen:

Es wird viel geschrieben über unseren Verein. Ich möchte auch gar nicht bestreiten, dass es schon seit längerem suboptimal läuft, allerdings störe ich mich schon seit geraumer Zeit an einem Gros der „Fans“. Erst gestern [gemeint ist das Heimspiel gegen Borussia Dortmund] musste ich wieder auf der Nordgeraden einiges an unqualifizierten Kommentaren ertragen. Damit meine ich nicht den fehlenden Sachverstand, sondern rassistische Bemerkungen, oder wie bitte kann ein Herr in den besten Jahren Sätze wie „kann der Neger nicht endlich mal ein paar Bälle dahinten raus holen?!“ von sich geben? Dass die Karten dort 640 Euro kosten, sei nur am Rande erwähnt. Ähnliches habe ich vor 3 Jahren auf der Südtribüne erlebt. Spiele wurden und werden am laufenden Band beleidigt, wenn auch nicht immer rassistisch, aber definitiv unter der „Gürtellinie“. Ich frage mich, ob es die selben Herren (bislang habe ich es in diesem Ausmaß nur von dem Geschlecht erlebt) sind, die vor vielen Jahren noch in der Lage waren, ihrer Mannschaft volle Rückendeckung zu geben, als, oder gerade weil, zu diesen Zeiten nur ca. 8.000 im Stadion waren. Hat das Leben sie so verhärtet? Oder waren sie damals noch nicht so erfolgsverwöhnt? Was es auch ist, es ist mir egal! Ich habe keine Lust mehr, mir alle zwei Wochen die schlechte Laune der Leute anzuhören, denen es anscheinend gut in den Kram passt, ihren Frust über ihre langweilige Ehe und ihren miesen Job raus lassen zu können. Entschuldigt bitte die Polemik an dieser Stelle, aber es erscheint tatsächlich sehr oft so.

Was mich sehr traurig macht, ist die mangelnde Unterstützung der Masse. Es ist leicht, zu feiern wenn alles läuft und natürlich war die Champions League Zeit oder das Double großartig, aber wo bitte bleibt da die Verbundenheit zum Verein? Ich kann natürlich nur für mich sprechen und sagen, dass ich den Verein und die Stadt liebe und es für mich deshalb nicht nachvollziehbar ist, dass man so oft das Negative verstärkt. Was wollen wir erreichen? Ich denke zur Zeit den Klassenerhalt. Wenn ich weiß, dass wir aktuell nun mal diese Mannschaft haben und die Qualität ggf. begrenzt ist und das Selbstbewusstsein bei dem ein oder anderen aktuell nicht so ausgeprägt ist, was wird dann wohl besser funktionieren?

Es hat sich so eine gesellschaftliche Grundstimmung eingeschlichen, die es duldet, „immer gegen etwas zu sein“. Oft natürlich unter dem Deckmantel der Anonymität in diversen Foren und nervigen Shitstorms! Wie kann ich mich darüber mokieren (oder gar aus dem Verein austreten), dass Werder Wiesenhof als Sponsor hat, wenn ich weiterhin meine abgepackte Wurst bei Lidl und Co kaufe? Ist es nicht an der Zeit, das Positive zu verstärken? In dem Fall entweder Vegetarier zu werden oder das Fleisch von Anbauverbänden wie z.B. Demeter zu kaufen? Mal ganz abgesehen davon, dass meines Wissens die Allianz bis vor kurzem noch fleißig an Lebensmittelspekulationen beteiligt war und Bayer sich sehr lange geziert hat, die „Bluter“ zu entschädigen… Es ist natürlich leichter zu meckern und sich nicht zu engagieren. Frei nach dem Motto: „Wer nichts macht, macht nichts falsch“. Klatschen für die Mannschaft? Fehlanzeige! Ein guter Pass: muss man nicht kommentieren! Aber zieht der Schiedsrichter eine Karte oder trifft eine vermeintliche Fehlentscheidung: da mutiert selbst der stillste Sitznachbar zum Tier. Beschimpfen geht immer. Welch positive Energie!

Warum werden die Ultras von der (Boulevard?) Presse zerrissen, auch wenn sie weder rechts, noch links, noch gewaltbereit sind, sondern bedingungslos für ihren Verein stehen, sich engagieren, Stimmung machen und uns mit tollen Choreos überraschen? Oft selbstkritisch, reflektierend und weltoffen, was man bestimmt nicht von jedem Fan auf den teureren Plätzen sagen kann. Rühmen wir uns nicht alle ein wenig, wenn man Stolz von der Stimmung und Atmosphäre in vielen Bundesligastadien spricht?

In Bremen bedarf es wahrscheinlich erst wieder einer Aktion, damit jeder versteht, dass wir im Abstiegskampf sind und wenn man keine Lust auf zweite Liga hat, doch lieber mal ein wenig die Klatschpappe benutzt. An anderen Tagen sind Hände und Mund wohl eher auf dem Park and Ride Platz geblieben oder nur für verbalen Müll dabei. Ich war immer so stolz darauf, Werder Fan zu sein, eben anders als die in Hamburg, die nach drei Unentschieden schon ihre Mannschaft auspfeifen. Hab den harte Kern bewundert, der auch mal den Werderbus angehalten hat, um friedlich mit der Mannschaft zu diskutieren, den Dialog zu suchen, um die Enttäuschung dazulegen. Aktuell bin ich mehr genervt von dem, was auf den Rängen passiert, als von dem, was auf dem Platz passiert oder eben nicht passiert.

Ich hoffe sehr auf den Verbleib in der ersten Liga und bin dankbar für die Erfolge und vielen schönen Momente die Werder mir schon beschert hat. Und natürlich für ein Stadion in der Stadt mit Kneipenanbindung und Leben:-)

Lebenslang Grün-Weiß
Vanessa

Fanfreundliche Bedingungen im Stadion vom VfL Osnabrück #2

Mittwoch, 19. Februar 2014

Wie wir bereits berichteten, sind uns im Rahmen unseres Testspiels beim VfL Osnabrück im Stadion einige Dinge aufgefallen, die wir im weiteren Verlauf nicht unkommentiert ließen.
In einem Telefonat mit einem Mitarbeiter des VfL Osnabrücks hatten wir unsere Kritikpunkte kundgetan und darum gebeten, sich dazu zu äußern, wie es zu den verschiedenen Aspekten kommen konnte und inwieweit dort eine zeitnahe Besserung eintreten kann.

Schon nach kurzer Zeit konnten wir euch vermelden, dass wir eine Antwort erhielten und der VfL bereits Verbesserungen umgesetzt hatte.

Nun ist es so, dass wir uns vor kurzem selbst ein Bild vor Ort gemacht haben.
Es ist tatsächlich so, dass der Widerhakensperrdraht (NATO-Draht) zum Teil verschwunden ist, doch leider nicht aus dem ganzen Stadion.
Wir konnten eine Verbesserung der WC-Situation feststellen: es wurden tatsächlich Dixi-Toiletten aufgestellt.

Weiterhin gab es als Alternative zur Bratwurst ein vegetarisches Angebot in Form von Brezeln.
Wir nahmen unseren Besuch zum Anlass dafür, den VfL nochmals zu kontaktieren. In dieser E-Mail bedankten wir uns vorab dafür, dass der Verein so schnell reagiert hat und unsere geäußerten Bedenken zum Anlass nahm, diese Verbesserungen der Fanbedingungen im eigenen Stadion durchzuführen.

Doch die Situation mit dem Widerhakensperrdraht können und wollen wir so nicht auf sich beruhen lassen.
Dieser Widerhakensperrdraht hängt teilweise so tief, dass größere Personen (ab ca. 1,70 m), die direkt davor stehen, mit dem Kopf an den Draht stoßen können. Dies ist im Eingangsbereich in Richtung Tribüne der Fall.
Dieser überaus messerscharfe Draht ist und bleibt in Stadien eine Gefahr und kann in bestimmten Situationen zu einer lebensbedrohlichen bzw. gefährlichen Falle werden. Und zwar ganz unabhängig davon, ob sich Personen ganz bewusst Zutritt zu verbotenen Bereichen beschaffen wollen oder nicht.

Somit haben wir den VfL darum gebeten, dass diesbezüglich eine bessere bzw. andere Lösung gefunden werden muss.
Natürlich bleiben wir weiterhin an dem Thema dran und halten euch auf dem Laufenden.
Falls auch euch bei Auswärtsspielen etwas negativ auffallen oder widerfahren sollte, so setzt euch mit uns in Verbindung und berichtet uns darüber.

Offener Brief an die Mannschaft und Fanszene

Donnerstag, 13. Februar 2014

Eine Frage der Ehre

Eine Mannschaft, ein Neuanfang, einige Schwierigkeiten. So in etwa liest es sich seit geraumer Zeit sowohl in den Medien, als wohl auch in den Köpfen von so Vielen.

Viel gab es nicht fürs Herz in den vergangenen Monaten. Die Mannschaft war stets im Umbruch, nicht aber auch stets bemüht.
Gegen Augsburg war man wieder einmal am Tiefpunkt angelangt. Gegen Dortmund sah man dann eine andere Einstellung. Das Ergebnis jedoch war ähnlich. Viele Gegentore, keine Punkte. Dem Abgrund nahe.

Doch auch dieses Mal wieder wurde insgesamt Fassung bewahrt. Eine positive Eigenschaft des Bremer Publikums. Obwohl dies nicht selbstverständlich ist.
Selbstverständlich ist aber, dass nicht vergessen werden kann, dass mühevoll erkämpfte Bälle auch schnell, recht mühelos wieder verloren gehen und dass Rückfälle in weniger kampfbetonte Verhaltensweisen einfach zu häufig Einzug halten. Bremer Verständnis ist kein Gummiband.

Der kollektive Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft, der gelang schon zum Ende der vergangenen Saison. Dort zeigte sich, dass nicht das Marketing oder sonstige PR den Verein Werder Bremen ausmachen. Es war eben dieser Schulterschluss. Und warum? Weil es, das hat das Ergebnis gezeigt, ganz und gar richtig war!

Nun stecken wir wieder gemeinsam in einer schwierigen Situation. Natürlich sind wir es, die für die Leistung anderer – nicht zuletzt um unserer Unterhaltung Willen – zahlen. Sicher besteht somit auch der Anspruch zu kritisieren. Und dies auch durchaus unangenehmer, als es bis dato der Fall war. So sicher wie dies, ist jedoch auch, dass Kritik, wenn sie angebracht ist, auch richtig angebracht werden muss, damit etwas dabei herumkommt.
Dies ist für treue Fans selbstverständlich, wenn auch nicht immer einfach. Emotionen in die richtigen Bahnen zu lenken, ist demnach wohl unser ganz persönlicher Teil der anfangs erwähnten Schwierigkeiten.

Was also tun?

Den erneuten Schulterschluss suchen!

Einbahnstraßenfußball ist dabei allerdings nicht unser Ding. Sprich, die Mannschaft ist gefordert, es uns gleich zu tun!

Daher fordern wir euch auf, Jungs, und zwar unmissverständlich:

Reißt euch zusammen. Spült mal ordentlich den Kopf frei. Besinnt euch auf eure Fähigkeiten. Jeder von euch besitzt diese Qualitäten. Keiner von euch braucht sich zu verstecken.
Der Schlüssel liegt im Inneren eines Jeden selbst!
Nehmt Kontakt zu euren Fans auf. Seid nicht scheu. Macht euch Gedanken, wie euer Teil unseres gemeinsamen Schulterschlusses aussehen kann. Wie er aussehen muss! Hört auf zu heulen und nehmt die Herausforderung an. Jeder selbst hat es in der Hand, das Ruder rumzureißen.

Durch Kampf und Leidenschaft zum Klassenerhalt und Derbysieg – das ist es, was für uns wichtig ist. Und zuletzt wohl doch auch für euch, oder?

Fanbündnis Bremen & Dachverband Bremer Fanclubs

Streiten oder nicht – das ist hier die Frage!?

Montag, 10. Februar 2014

Jüngst konnten wir es aus der Presse entnehmen. Wiesenhof und Werder verlängern ihre Geschäftsbeziehungen um weitere zwei Jahre.
Weitere zwei Jahre also, in der sich die Fangemeinde zu spalten scheint.
Viele qualifizierte, kritische und rein emotionale Aussagen durchzogen bereits in den vergangenen Jahren die Fanlandschaft. Die Einen konnten und wollten nicht an sich halten, die Anderen waren genervt von so vielen fußballfernen Diskussionen. Die Einen, weil sie die Skandale um diesen Betrieb in Puncto Moral nicht in Verbindung mit ihrem Verein gebracht haben wollten, die Anderen, weil die Welt und das Leben an sich schon kompliziert genug sind und es schließlich um Fußball und ums Geschäft geht.

Richtig! Richtig was? Beides ist vermutlich irgendwie richtig!

So können wir uns als Fanbündnis nun zu diesem Thema äußern oder es auch lassen. Gerecht werden können wir jedenfalls nicht beiden Parteien. Eine Meinung zu diesem komplexen Thema haben wir dennoch.

Diese zu äußern, fällt uns auch gar nicht schwer. Die Schwierigkeit liegt eher darin, sie so zu übermitteln, dass sie nachhaltig wirkt und nicht nur eure Zeit verschwendet.

Um es kurz zu machen: wir lehnen das Arrangement unseres Verein mit dieser Firma ab!

Dies lässt sich scheinbar leicht mit den Gegebenheiten begründen, welche bezüglich des Unternehmens Wiesenhof seit vielen Jahren regelmäßig öffentlich dargestellt und aufgedeckt werden.
Zwar muss sich auch jeder von uns in gewissen Situationen hinterfragen, ob er auch wirklich hinter seinen eigenen moralischen Werten immer zu 100% steht, denken aber, dass wir als Privatpersonen hier eine ganz gute Figur machen.
Dies sind aber nicht die einzigen Aspekte, die uns an der fragwürdigen Zusammenarbeit von Werder und Wiesenhof zweifeln lassen und die uns verbittern. Schon die Beziehungen zu KIK, betandwin/we win!/bwin und zur Citibank/So geht Bank heute/Targobank waren aus moralischer Sicht inakzeptabel. Auch andere Sponsoren überzeugten nicht gerade durch verantwortungsvolles Handeln.

Was jedoch darüber hinaus ganz erheblich und schwer im Magen liegt, ist etwas Anderes – um einmal den Pfad der Gerechtigkeit zu verlassen und uns wieder auf gewohnte Fanwege zu begeben.

Das Trikot eines Vereins ist eine recht heikle bis anbetungswürdige Sache. Viele brauchen stets das neueste. Auch ältere Exemplare sind gerne gesehen. Hauptsache, man trägt das W auf der Brust. Dafür zahlen wir heute im Schnitt 80€. Ein wirklicher Batzen Geld – über den Sinn, diesen für ein Stück Stoff, geschweige denn für 13 geschmolzene PET-Flaschen, auszugeben, lässt sich nun wieder streiten. Dies tun wir aber an dieser Stelle nicht.

Das Objekt der Begierde nun aber mit einem Logo eines Unternehmens zu akzeptieren, dem man kritisch bis feindlich gegenüber steht, ist dann noch einmal eine andere Nummer. Fügt man hinzu, dass zusätzlich auch noch für die Liga und den Sportausrüster geworben wird (der im Fall Nike ebenfalls – glaubt man den Recherchen diverser Medien – nicht gerade menschenfreundlich eingestellt ist), dann drängt sich heutzutage vielleicht immer mehr Fans der Gedanke auf, dass es unter diesen Umständen vielleicht doch gar nicht so cool ist, sich für viel Geld das W auf die Brust schneidern zu lassen.

Nun geht es in der Regel im Sport ja nicht mehr nur um den Sport selbst, sondern auch um das liebe Geld. Zwar lassen sich Erfolge immer noch nicht kaufen – der langfristige schon gar nicht –, wovon aber so einige Funktionäre bis heute noch nicht zu überzeugen sind. So eifern alle in geschäftmännischer Manier dem schnöden Mammon hinterher, als gäbe es kein Morgen mehr. Das dies so ist, ist unbestritten, doch es ist – und nun wird es interessant – ja nicht immer schlecht.
Ein Verein oder eine GmbH&CoKG aA o.ä. sind in den Profibereichen oft vielfach mit Menschen besetzt, deren Existenz meist vom sportlichen, mindestens aber vom wirtschaftlichen Erfolg abhängt. Diese Art der Verantwortung ist, das lässt sich nun mal nicht wegreden, auch eine Verantwortung.
Auch viele, vermutlich sogar zu viele Fans, fühlen sich sicherer und wohler, wenn auf dem Platz Stars stehen, die mit viel Geld möglichst lange für ihren Verein und damit ja auch irgendwie für sie selbst spielen. Da geht es uns hin und wieder ähnlich. Wir sind ja schließlich auch „nur“ Fußballfans.
Dass die Hatz nach den Millionen aber eben auch sozial und vor allem menschlich reihenweise zu Krisen, bis hin zur Zerstörung ganzer Gesellschaften und Lebensformen führt, kann man und sollte man aber auch nicht vergessen.

Was hat das alles noch mit Wiesenhof oder aber dem Trikotsponsor allgemein zu tun?
Viel, wenn man etwas hinter die Kulissen schaut. Wenig, wenn es einen nicht interessiert, was hinter dem Vorhang geschieht.

Wir jedenfalls, gönnen unserem Verein die Kohle, die sie damit scheffeln, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wir erwarten aber auch von diesem, dass große Worte zum Thema „soziale Verantwortung“ nicht beim Festgeldkonto anfangen und dort auch aufhören.
Hohe Erwartungen, die wir alle vermutlich an uns selbst auch stellen. Der bloßen Verführung können wir jedoch vermutlich im Alltag auch nicht immer widerstehen.
Dennoch bleiben wir dabei. Wiesenhof ist – genau wie in der Vergangenheit beispielsweise KIK – für uns als Fan unseres Vereins inakzeptabel.

Das „Trikot“, welches wir in minderwertiger Qualität (wenn man diese mit der Qualität der Spielertrikots vergleicht) für schlappe 80€ erstehen und das wir obendrauf noch gratis für Ausrüster, Liga und für einen Sponsor, den man selbst arg kritisiert, zur Schau tragen, kann so nur an Bedeutung verlieren.
Die Vereine täten gut daran zu erkennen, dass die Interessen der Fans diesbezüglich in Zukunft mehr einbezogen werden sollten.

So wünschen wir uns von unserem eigenen Verein, beziehungsweise dessen Offiziellen, als ersten Schritt die Wiederherstellung der eigenen Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Sponsorenwahl.
Wer weiß – vielleicht geht unser Verein in diesem Zusammenhang mittelfristig ähnlich verträgliche Wege, wie beim Erhalt der Identifikationsfaktoren „Stadionname“ und „Flutlichtmasten“. Das wäre ihm, und nicht zuletzt auch uns, doch zu wünschen.

In diesem Sinne,
Fanbündnis Bremen

Kostenlose Eintrittskarten für Bedürftige

Sonntag, 12. Januar 2014

Wir haben den Verein angeschrieben, da wir uns seit längerer Zeit die Frage gestellt hatten, warum im Weserstadion bestimmte Plätze an jedem Spieltag frei bleiben. Vor allem zwischen der Ost- und Südkurve betrifft dieses unserer Beobachtung nach etwa 40 Plätze pro Spiel. Uns hat interessiert, weshalb diese Plätze regelmäßig frei sind. Für den Fall, dass unseren Beobachtungen Gründe wie Sichtbehinderungen oder ähnliches unterliegen, und es tatsächlich so ist, dass diese Plätze keinen Absatz unter den Fans finden, war eine unserer Ideen, diese Plätze in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Hilfsorganisationen an bedürftige Personen, die sich einen Stadionbesuch nicht leisten können, zu verteilen. So könnten auch diese Personen an der Stadionatmosphäre teilhaben. Die Organisation einer solchen Aktion hätten wir als Fanbündnis gerne übernommen. Ausdrücklich möchten wir betonen, dass es nicht unsere Absicht ist, diese Tickets Personen aus der aktiven Fanszene zur Verfügung zu stellen.
Leider haben wir darauf eine negative Antwort erhalten. Der Verein hätte Angst vor Beschwerden, da es sich um sichtbehinderte Plätze handelt. Weiterhin befürchtet der Verein, dass sich die Personen aufgrund der Sichtbehinderung auf andere Plätze setzen würden und es daraufhin zu Problemen kommen könnte.
Wir bedauern diese Entscheidung zutiefst und können die Begründung nicht nachvollziehen.

Mit euch im Rücken nach vorne blicken!

Mittwoch, 20. November 2013

Die Vorstellungstexte der Gründungsmitglieder erscheinen nach Klicken der jeweiligen Person.